Energieausweis für Wohngebäude

 

Der Energieausweis dokumentiert steckbriefartig den Energiestandard eines Wohngebäudes.

Die Energieeinsparverodnung(EnEV) schreibt Energieausweise zur Bewertung des energetischen Zustands von Gebäuden vor. Sie enthalten allgemeine Angaben zum Gebäude, zu den für die Beheizung verwendeten Energieträgern (zum Beispiel Gas, Öl) sowie die Energiekennwerte des Gebäudes. Neue Ausweise für Wohngebäude haben darüber hinaus eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H.

Die derzeitige Fassung der EnEV ist am 1. Mai 2014 in Kraft getreten. Gegenüber der früheren Fassung aus dem Jahr 2009 wurden insbesondere die Regelungen zum Energieausweis verändert; außerdem werden ab 2016 die energetischen Anforderungen an Neubauten etwas erhöht und an den aktuellen Stand der Technik angepasst.

Der Energieausweis soll einen Vergleich der energetischen Beschaffenheit von Gebäuden in ganz Deutschland ermöglichen. Der Ausweis erlaubt jedoch keinen unmittelbaren Rückschluss auf den zu erwartenden Energieverbrauch und die Energiekosten, weil diese von vielen Faktoren abhängen, die sich im Ausweis nicht abbilden lassen. Das Dokument wurde im Laufe der Zeit außerdem stark verändert, was einen Vergleich zusätzlich erschwert.

Energieverbrauch und -kosten

Der Energieausweis gilt immer für das ganze Wohngebäude. Der Energiebedarf einer einzelnen Wohnung kann merklich davon abweichen. Wohnungen im Erdgeschoss, unter dem Dach oder mit vielen freien Außenwänden haben oft einen deutlich höheren Energieverbrauch, insbesondere wenn das Haus nicht gedämmt ist. Daneben hängt der Energieverbrauch stark von den Witterungsverhältnissen und dem individuellen Heizverhalten der Bewohner ab. Bei einem Bedarfsausweis wird eine durchschnittliche Raumtemperatur von 20 °C angenommen, jedes Grad darüber erhöht den Energieverbrauch um rund sechs Prozent. Die Energiekosten hängen außerdem stark vom verwendeten Brennstoff bzw. Energieträger und der künftigen Preisentwicklung ab, die sich kaum vorhersagen lässt.


Neben dem Kennwert für die Endendenergie ist unterhalb des Bandtachos meist noch ein zweiter Wert ausgewiesen, der mehr oder weniger stark abweicht. Er gibt die Primärenergie an und beinhaltet auch die Verluste, die durch den Abbau, die Lieferung und die Verarbeitung des Energieträgers entstehen. Der Primärenergiekennwert bildet somit die gesamte Kette der Energiebereitstellung ab, also – je nach Brennstoff – von der Ölquelle, dem Bergwerk oder dem Baum bis zur Heizung. Er zeigt die Umweltauswirkungen des Hauses an und ist vor allem aus Gründen des Klimaschutzes von Interesse. Wird das Gebäude mit regenerativen Energien beheizt, ist der Primärenergiekennwert in der Regel besser als der Endenergiekennwert, bei fossilen Brennstoffen wie Öl oder Erdgas ist es umgekehrt. So kann ein Haus mit einer Pelletheizung leicht einen guten Primärenergiekennwert erreichen, bei unzureichender Wärmedämmung aber dennoch Energiekosten wie ein Haus mit schlechterer Bewertung verursachen.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis

Unterschiede bei der Bewertung der energetischen Qualität von Gebäuden ergeben sich auch durch die verschiedenen Berechnungsverfahren, die den beiden Ausweisarten zu Grunde liegen.

  • Beim Bedarfsausweis werden die Energiebedarfskennwerte rechnerisch auf der Grundlage von Baujahr, Bauunterlagen, technischen Gebäude- und Heizungsdaten und unter Annahme von standardisierten Randbedingungen (Klimadaten, Nutzerverhalten, Raumtemperatur) bestimmt.

    Vorteil: Die berechneten Kennwerte sind unabhängig vom individuellen Heiz- und Wohnverhalten der Bewohner.

    Nachteil: Die Genauigkeit und damit die Aussagekraft des Ausweises hängen stark vom Aufwand und von der Exaktheit der Datenaufnahme sowie von der Erfahrung des Ausstellers ab. Günstige Angebote können zu Lasten der Genauigkeit gehen.

  • Beim Verbrauchsausweis werden die Energieverbrauchskennwerte auf der Grundlage von Heizkostenabrechnungen oder anderen geeigneten Verbrauchsdatenmessungen des gesamten Gebäudes ermittelt. Die gemessenen Energieverbräuche, die über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens drei Jahren vorliegen müssen, werden anschließend über so genannte Klimafaktoren auf einen deutschlandweiten Mittelwert umgerechnet, so dass zum Beispiel besonders harte Winter nicht zu einer schlechteren Bewertung des Gebäudes führen.

    Vorteil: Die Datenerhebung ist in der Regel wesentlich einfacher und weniger fehleranfällig.

    Nachteil: Die Kennwerte sind abhängig vom individuellen Heizverhalten der Bewohner des Gebäudes. Leerstände im Gebäude oder die Gesamtnutzfläche werden mitunter nicht richtig erfasst, was die Ergebnisse verfälscht.

Hier können Sie einen Energieausweis für Ihre Immobilie beantragen. Wenn Sie uns mit der Vermarktung Ihrer Immobilie beauftragen, übernehmen wir die Kosten für den Energieausweis.

 

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